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Ausgabe Hessen

Infoblatt zu den Änderungen der Interbankenentgelte

Hintergrundinformationen und Handlungsempfehlungen zur Verordnung über Interbankenentgelte (MIF-Verordnung)

Hintergrund

Gesetzliche Änderungen bei Entgelten vieler Kartenarten

Am 19. Mai 2015 wurde die sogenannte Verordnung (EU) 2015/751 über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge veröffentlicht und ist am 8. Juni 2015 in Kraft getreten. Damit ergeben sich Änderungen in den Entgeltstrukturen der wesentlichen Kartenzahlungsverfahren. Die wichtigste Änderung: ab dem 9. Dezember 2015 werden die sogenannten Interbankenentgelte für viele Karten auf einen maximalen Betrag gedeckelt. Für Debitkarten werden maximal 0,2 % des Betrages gelten, für Kreditkarten sind es 0,3 %. Zu beachten ist allerdings, dass die Interbankenentgelte nur einen Teil der Kosten ausmachen, die der Handel als Akzeptant zu tragen hat. Daneben werden oftmals sogenannte Scheme-Fees (Abgaben an die Lizenzgeber), Acquirer-Kosten (Vertragspartner für die Kartenakzeptanz) und Kosten des Netzbetreibers (Abwicklung/Terminalkosten) fällig. Insgesamt ist aber mit einer deutlichen Senkung der Disagien (Summe aller Kosten für eine Transaktion) zu rechnen.


Was ändert sich?

Kartenzahlung kann kostengünstiger werden:

Leider gilt: nicht alle Karten sind von der Verordnung betroffen. Sogenannte Drei-Parteiensysteme, bei denen sowohl der Händler als auch Karteninhaber bei dem gleichen Anbieter unter Vertrag stehen (z.B. American Express) sind nicht von der Gebührendeckelung erfasst. Auch sogenannte Firmenkarten sind nicht erfasst, wenn sie auf ein Firmenkonto laufen. Viele von Firmen an die Mitarbeiter ausgegebene Karten werden jedoch zunächst mit dem Privatkonto des Mitarbeiters abgerechnet und gelten als Verbraucherkarte. Die Unterscheidung fällt bei aktuellen Karten schwer, neue Karten müssen allerdings als Firmenkarte kenntlich sein. Vorteil: Händler haben künftig die Möglichkeit, diese Karten abzulehnen oder mit einem Aufpreis in Höhe der tatsächlich anfallenden Kosten zu belegen. Alle anderen, unter die Verordnung fallenden Karten dürfen künftig nicht mehr mit einem Aufpreis belegt werden. Ausgenommen sind zudem Karten von außereuropäischen Herausgebern.
Von der Verordnung betroffen sind die hierzulande bekannten Privatkarten der 4-Parteien-Systeme bei Kreditkarten (Mastercard, Visa) und internationalen Debitkarten (z.B. Maestro, Vpay), es gelten oben genannte Höchstgrenzen. Auch das deutsche Girocard-Verfahren ist betroffen und fällt künftig unter die Deckelung von maximal 0,2 % je Transaktion. Da hier (bislang) keine Scheme-Fees anfallen, werden absehbar alle Autorisierungsentgelte unter diesem Betrag liegen. Allerdings dürfen die Netzbetreiber ein Serviceentgelt aufschlagen, wenn dies gesondert ausgewiesen wird.

Was ist zu tun?

Kein Selbstläufer: Jetzt neue Akzeptanzverträge aushandeln

Die Deckelung der Entgelte kommt zunächst dem Vertragspartner des Händlers (Acquirer) zugute. Inwiefern er die Senkungen an den Handel weitergibt, bleibt ihm überlassen. Daher sollte jeder Händler an seinen Dienstleister herantreten, und ihn um die ab Dezember geltenden Preise und Leistungen bitten bzw. diese neu verhandeln. Da laufende Akzeptanzverträge nicht automatisch umgestellt werden, ist hier Verhandlungsgeschick gefragt. Besser dran ist ein Händler, dessen Vertrag bald ausläuft. Hier können Vergleichsangebote genutzt werden. Beim Girocard-Verfahren muss der Netzbetreiber (genauer: Händlerkonzentrator) selbst tätig werden und den Händler über neue Konditionen informieren, sofern die Autorisierungsentgelte noch über 0,2 Prozent liegen oder einen Mindestbetrag vorsehen, der nicht mehr gestattet sein wird, da er bei Kleinbetragszahlungen ein Entgelt von über 0,2 Prozent ergeben würde.

Verordnung über Interbankenentgelte

Ansprechpartner

Silvio Zeizinger
Handelsverband hessen-Süd e.V.

 

T: 069 1330910
F: 069 13309199
E: zeizinger@einzelhandelsverband.de

 

Flughafenstraße 4a
60528 Frankfurt am Main

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