handel-scout
Ausgabe Hessen

Das kleine Einmaleins des Strompreises

Die Strompreiszusammensetzung

Viele glauben, der Strompreis setzt sich zusammen aus dem, was der Energieversorger mehr oder weniger willkürlich dafür haben möchte plus ein paar Steuern. Das stimmt so nicht!

Ihr Energieversorger kann den Großteil des Strompreises erst gar nicht beeinflussen. Alleine 56 % des an den Endkunden berechneten Strompreises sind gesetzlich auferlegte Steuern und Abgaben (wie zum Beispiel EEG). 23 % sind für die regulierten Netzentgelte und werden von den Netzbetreibern festgelegt.

Wie sich der Strompreis im Einzelnen zusammensetzt, sehen Sie im Folgenden:

Die gesetzlich bestimmten Abgaben

Jährlich passen Bundesregierung und Netzbetreiber die Abgaben an, die für Strom, Stromerzeugung, Stromnutzung und Stromtransport bezahlt werden müssen. Mitunter aufgrund der beschlossenen Energiewende gibt es inzwischen eine größere Anzahl dieser Abgaben:

  • Konzessionsabgabe
  • Abgabe für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
  • KWK-Aufschlag
  • § 19 StromNEV-Umlage
  • Offshore-Haftungsumlage
  • AbLaV (Umlage für ab- und zuschaltbare Lasten)
  • Stromsteuer
  • Mehrwertsteuer

Die EEG-Umlage

Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) fördert die staatliche Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Das soll dafür sorgen, dass der Anteil von Strom aus Wind, Wasserkraft, Sonne, Erdwärme, Biomasse, Deponie-, Klär- oder Grubengas sukzessive steigt.

Um Anreize zu schaffen, ist Anlagebetreibern die so genannte Einspeisevergütung ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) staatlich für 20 Jahre garantiert – die Vergütung ist also nicht Angebot und Nachfrage überlassen.
Die entstehenden Mehrkosten werden über die Stromrechnung nach festgelegten Regeln auf die Endverbraucher umgelegt (mit der sogenannten EEG-Umlage).

Die Netzbetreiber sind zu dessen vorrangiger Abnahme verpflichtet (§ 21 und § 8 Abs. 1 EEG). Die Höhe der Vergütungssätze ist nach Technologien und Standorte differenziert und soll einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen ermöglichen.

Die EEG-Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern jährlich ermittelt und auf der Internetseite www.eeg-kwk.net bis zum 15. Oktober für das Folgejahr in Cent pro kWh veröffentlicht. Hier finden Sie auch weitere Informationen zur EEG-Umlage.

Die 4 Übertragungsnetzbetreiber haben die bundesweite EEG-Umlage für das Jahr 2015 am 15. Oktober 2014 veröffentlicht. Zum ersten Mal seit ihrer Einführung sinkt die EEG-Umlage, wenn auch nur leicht. Die EEG-Umlage beträgt zum 1. Januar 2015 nur noch 6,170 ct/kWh netto (Vorjahr 6,240 ct/kWh netto).

Die §19 StromNEV-Umlage

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat mit Beschluss vom 14.12.2011 die Erhebung einer  Umlage nach § 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) beschlossen, die zum 1.1.2012 eingeführt wurde.

Mit der § 19 StromNEV-Umlage wird die Entlastung bzw. Befreiung stromintensiver Unternehmen mit einem Strombezug von mindestens 10 GWh und 7.000 Betriebsstunden im Jahr von Netzentgelten finanziert. Die aus der StromNEV entstehenden Belastungen werden bundesweit auf die Letztverbraucher bei Privat-, Landwirtschafts- und Gewerbekunden umgelegt. Mit dieser Maßnahme bezweckt die Bundesregierung die wirtschaftspolitische Stärkung Deutschlands als Industriestandort auch für stromintensive Unternehmen.

Die Höhe der bundesweiten Umlage ist von den vier Übertragungsnetzbetreibern auf 0,237 ct/kWh netto heraufgesetzt worden (Vorjahr 0,092 ct/kWh netto).

Die Offshore-Haftungsumlage

Das novellierte Energiewirtschaftsgesetz (Beschluss des Bundestages vom 20.12.12) enthält auch eine Haftungsregelung, mit der die Betreiber von Offshore-Windanlagen bei Störungen oder Verzögerung der Netzanbindung entschädigt werden.

Ein Teil dieser Entschädigung soll über eine bundesweit geltende Offshore-Haftungsumlage für Stromkunden eingebracht werden. Die Umlage, die seit dem 1.1.2013 erhoben wird, hat erstmalig einen negativen Wert. Im Jahr 2015 beträgt sie -0,051 ct/kWh netto für Verbräuche unter 1.000.000 kWh/Jahr.

Umlage zu „ab- und zuschaltbare Lasten“ (AbLaV)

Am 13.12.2012 hat der Deutsche Bundestag eine Rechtsverordnung zu ab- und zuschaltbaren Lasten im Strombereich verabschiedet, die zum 1.1.2013 wirksam geworden ist. Die Verordnung regelt die Beschaffung von ab- und zuschaltbaren Lasten im Hoch-/Höchstspannungsnetz durch die vier Übertragungsnetzbetreiber. Ihr Ziel ist ein Beitrag industrieller Verbraucher zur Stabilisierung des Stromnetzes. Die mit der Vergütung an Kunden solcher ab- und zuschaltbarer Lasten verbundenen Kosten sollen über eine Umlage finanziert werden, die von den Letztverbrauchern zu tragen ist.

Die AbLa-Umlage ist im Jahr 2015 leicht rückläufig und beträgt 0,006 ct/kWh netto (Vorjahr 0,009 ct/kWh netto).

Kontakt

Handelsverband Hessen-Süd e. V.
Flughafenstraße 4a
60528 Frankfurt am Main

T: 069-133091-0
F: 069-133091-99
service@einzelhandelsverband.de

Folgen Sie uns